3. Liga – Abbruch mit schwarz-roter Null für Baunataler Eintracht

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Nun ist also auch die Saison in der dritten Handball-Liga abgebrochen worden – fünf Spieltage bleiben ungespielt. Bei Eintracht Baunatal können sie gut damit leben – sportlich wie wirtschaftlich.

Die Hängepartie ist nun auch für die Handballer der Baunataler Eintracht zuende. „Der Abbruch der Saison auch in der dritten Liga ist ja nun keine Überraschung mehr“, konstatierte Dennis Weinrich. Für den Trainer der Großenritter ist die Abschlusswertung nach der Quotientenregel „die fairste Lösung und völlig in Ordnung“ – auch wenn sein Team dadurch einen Platz verliert. „Im Niemandsland der Tabelle, fernab von Auf- und Abstieg, können wir damit entspannt leben“, sagt Weinrich. Und der Sportliche Leiter Klaus Kurtz erklärt: „Wir haben für die nächste Saison weiterhin unseren Platz in der dritten Liga sicher.“ – Ein Überblick:

Sportliche Situation

„Der Abbruch ist absolut vernünftig, denn es ist ja nicht einmal Mannschaftstraining möglich“, sagt Abteilungsleiter Claus Umbach. „Und Geisterspiele wären ein Unding.“ Dass sportlich jetzt ein Strich gezogen wird, ist in Ordnung, „auch wenn wir in den letzten fünf Spielen – zwei daheim, drei auswärts – uns vielleicht noch verbessert hätten“. Wobei das „vielleicht“ nicht zu unterschätzen ist „angesichts der enormen Formschwankungen in dieser Saison, das Team hat sich ja fast wie eine Diva präsentiert“.

Wirtschaftliche Lage

Es habe sich einmal mehr ausgezahlt, dass solide gewirtschaftet werde, sagt Umbach, „wir schließen ab mit einer schwarz-roten Null“. Möglich werde das, weil sich alle Sponsoren solidarisch zeigen und auf Rückforderungen verzichten. Zudem sei mit Spielern und Trainern, die als Minijobber Aufwandsentschädigungen erhalten, „übers Jahr gesehen eine vernünftige, einvernehmliche Lösung mit Kürzungen gefunden worden“.

Personalplanung

Fünf Abgänge stehen bei den Baunatalern fest. Der Rückraumlinke Paul Gbur beendet nach 14 Jahren im GSV-Trikot seine Karriere. Auch Florian Weiß (zur MT Melsungen II), Felix Rehberg (Hünfelder SV), Luca Rietze (HSG Baunatal) und Daniel Horn (Ziel unbekannt) gehen. Inzwischen drei Neuzugänge stehen fest: Rückraumspieler Lasse Reinhardt (19) von Landesligist TV Hersfeld, Torwart Marcel Lohrbach (24) von der HSG Lohfelden/Vollmarshausen und Rechtsaußen Michel Schäfer (20). „Wie er werden aus der zweiten Mannschaft und der Jugend einzelne Perspektivspieler mit der Ersten trainieren, vielleicht schaffen sie ja den Sprung in die dritte Liga“, sagt Sportchef Kurtz.

Trainer Weinrich bestätigt Gespräche mit potenziellen Neuen für den Kreis, „auch ein weiterer Rückraumspieler – am liebsten Linkshänder – würde uns guttun“. Umso mehr, da ja vier Spieltage mehr (siehe Hintergrund) mit kleinem Kader noch schwerer zu bewältigen sein werden. „Wir müssen abwarten, wie es sich sportlich und wirtschaftlich entwickeln wird“, sagt dazu Klaus Kurtz.

Perspektive

Eigentlich hätten die Großenritter an diesem Samstag in Leutershausen ihr letztes Punktspiel. Nun also beginnt die Sommerpause ein paar Tage eher. Eigentlich soll am 2. Juni das Training für die neue Saison losgehen. Übungspläne und Testspiel-Temine sind fix. „Aber wir müssen dann wohl kurzfristig sehen, was im Bezug auf Hallentraining erlaubt und machbar sein wird, wohl auch mit einem Plan B gewappnet sein“, erklärt Trainer Weinrich. Dazu gehört auch die Überlegung, wie die scheidenden Spieler um Paul Gbur – vielleicht zu Beginn der nächsten Saison – noch angemessen verabschiedet werden können. Weinrich: „Wir können den Abschied jetzt ja nicht einmal intern feiern.“
HNTERGRUND: Großwallstadt Meister, keine Absteiger

Mit Stichtag 12. März wurde die Saison abgebrochen. Der TV Großwallstadt kehrt als Meister in die 2. Bundesliga zurück, es gibt keine Absteiger außer der wirtschaftlich ausgeschiedenen SG Nußloch, aber Aufsteiger aus den Oberligen wie die ESG Gensungen/Felsberg. Die Tabelle wird nach Punkten pro Spiel erstellt, das kostet Baunatal und Northeim jeweils einen Platz.

Für die nächste Saison wird es bundesweit maximal 72 statt 64 Teams geben, die auf vier Staffeln verteilt werden müssen – also maximal 18 statt bisher 16 Mannschaften pro Regionalklasse und somit bis zu vier Spieltagen mehr.

Offene Fragen sind jetzt unter anderen:

Kann der Spielbetrieb wie geplant am 25. August beginnen, trotz des Versammlungsverbots bis 31. August?

Wie werden die zusätzlichen Spieltage untergebracht?

Welche Teams werden die Coronakrise wirtschaftlich überleben?

Quelle: HNA.de (Gerald Schaumburg)  / Foto: © Dieter Schachtschneider / Archiv / nh

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