Die vergangene Trainingswoche stand für die C-Jugend des GSV Eintracht Baunatal unter keinem guten Stern. Krankheiten und Verletzungen sorgten für schwierige Bedingungen, dazu kamen geplante Abwesenheiten am Spieltag. Bereits nach sechs Minuten musste zudem ein weiterer Spieler verletzungsbedingt passen. Das soll keine Entschuldigung sein – aber es erklärt die schwierigen Voraussetzungen, unter denen die Mannschaft beim ungeschlagenen Spitzenreiter TV Hüttenberg antreten musste.
Bevor der Ball allerdings überhaupt ins Rollen kommen konnte, gab es zunächst eine ungewöhnliche Verzögerung: Das Spiel konnte aufgrund des fehlenden Schiedsrichters nicht wie geplant beginnen. Rund 40 Minuten musste auf den Anpfiff gewartet werden. Glücklicherweise konnte der Schiedsrichter-Einteiler kurzfristig selbst einspringen. Dabei erwies sich die Situation im Nachhinein als echter Glücksfall: Der eingesprungene Unparteiische gehört zum Perspektivkader des Deutschen Handballbundes und leitete die Partie souverän und sicher. Nach der langen Wartezeit konnte die Begegnung schließlich angepfiffen werden.
Und dennoch: Die Jungs zeigten über weite Strecken, dass sie auch beim Tabellenführer mithalten können.
Der Start war zunächst nervös. Hüttenberg kam besser ins Spiel und setzte sich zwischenzeitlich auf 10:6 ab. Doch die Baunataler ließen sich davon nicht beeindrucken. Immer wieder wurde der Rückstand verkürzt, sodass Hüttenberg nie dauerhaft davonziehen konnte. Zur Halbzeit stand es 14:12 für die Gastgeber.
Während es in der Abwehr bereits ordentlich lief, machte sich im Angriff die fehlende Ruhe bemerkbar. Zu häufig wurden Risikopässe gespielt, die nicht ankamen und direkt in Ballverluste mündeten. Die Jungs wollten zu viel, hielten den Ball teilweise zu lange und liefen sich dadurch fest, anstatt geduldig den nächsten Spieler anzuspielen und den Nebenmann in Szene zu setzen.
In der Abwehr dagegen stand die Mannschaft gut. Die Jungs halfen sich gegenseitig und hatten zudem mit ihren Torhütern einen starken Rückhalt. Genau deshalb konnte Hüttenberg auch dann, wenn die Gastgeber einmal mit vier Toren führten, nicht entscheidend davonziehen – Baunatal verkürzte den Rückstand immer wieder.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst umkämpft. Baunatal kam sogar auf 17:15 heran und blieb damit in Schlagdistanz. Erst im weiteren Verlauf konnte sich Hüttenberg Schritt für Schritt absetzen. Am Ende gewann der Spitzenreiter mit 32:24.
Viel Potenzial – jetzt gilt es, es auch abzurufen
Das Fazit fällt trotz der Niederlage durchaus klar aus: Die Mannschaft hat nicht das abgerufen, was sie eigentlich kann. Vor allem im Angriff fehlte es an der nötigen Ruhe und am konsequenten Zusammenspiel. Zu viele Fehlpässe, Fehlwürfe und Situationen, in denen der Nebenmann nicht optimal eingebunden wurde, verhinderten ein noch engeres Spiel.
Die schwierige Trainingswoche und die personellen Ausfälle sind dabei keine Ausrede. Sie zeigen vielmehr, woran die Mannschaft weiterarbeiten muss. Denn die Partie in Hüttenberg hat auch deutlich gemacht: Wenn die Jungs im Angriff als Mannschaft auftreten, die einfachen Lösungen suchen und füreinander spielen, ist vieles möglich.
Die Niederlage beim Spitzenreiter tut deshalb zwar weh, gleichzeitig nehmen die Baunataler eine wichtige Erkenntnis mit: Stellen wir diese Fehler ab und spielen unser Potenzial über 50 Minuten aus, können wir mit den Mannschaften an der Spitze auf Augenhöhe spielen. Die kommenden Wochen bieten nun die Gelegenheit, genau daran weiterzuarbeiten.
Es spielten: Ole Becker, Lasse Krug, Valentin Mielke, Malte Bachmann, Ben Jaissle, Louis Möller, Justus Weiß, Lutz Wachs, Mika Stier, Johannes Voß, Linus Siebert, Jesper Grabowski & Nick Reith